Hochfest der Unbefleckten Empfängnis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In der Lesung hörten wir die bekannte Geschichte vom Sündenfall! Diese Stelle des Evangeliums ist natürlich passend zum heutigen Fest. Denn wir alle leiden an den Folgen der Ursünde. Obwohl wir durch die Taufe von der Erbsünde befreit wurden, bleiben die Folgen dieses Geschehens: die Neigung zur Sünde. Bei Maria, so sagt uns das heutige Fest, ist diese Erbsünde nicht wirksam geworden. Sie ist von Anfang an befreit gewesen.

Wie war das damals, als das erste Menschenpaar vom Baum in der Mitte gegessen hatte, von dem Gott verboten hat zu essen? Der Mensch Adam versteckte sich, und Gott suchte ihn. „Wo bist du?“ Diese Suche Gottes hat bis heute nicht aufgehört. Gott ist immer auf dem Weg zu uns und möchte uns suchen. Denken wir nur an das verlorene Schaf, das der gute Hirte sucht. Denken wir an den barmherzigen Vater, der Ausschau hält nach dem verlorenen Sohn. Im Prinzip ist die Menschheit seither immer so wie Adam, der sich versteckt. Immer wenn wir sündigen, dann haben wir ein schlechtes Gewissen und verstecken uns in einem gewissen Sinn. Und Gott sucht uns.

Wenn wir das Weihnachtsgeheimnis betrachten, dann sehen wir, dass er sogar Mensch wurde, um uns mit einem menschlichen Leib zu suchen. Er möchte natürlich auch, dass wir ihn suchen. Er will, dass wir uns auf den Weg machen. Darum hat er sich auch oft verborgen und klein gemacht. Zu Weihnachten in einer armseligen Krippe, wo ihn nur wenige finden und erkennen, aber jeder, der ein demütiges offenes Herz hat, dem schenkt Gott auch die Gnade des Findens, denn er wird in sein Herz kommen.

In erster Linie aber ist es immer der Mensch, der sich normalerweise versteckt und nicht Gott. Adam sagt: „Ich habe mich versteckt, weil ich nackt bin.“ Er schämt sich. „Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen?“ Und jetzt kommt etwas, was wir immer wieder in uns und bei anderen entdecken. Wir können die Schuld nicht zugeben. Wir schieben die Schuld immer auf andere: „Die Frau hat mir gegeben.“ „Die Schlange hat mich verführt.“ Wie ist das bei den Kindern? „Der andere war es.“ „Ich bin total unschuldig.“ Aber auch bei uns Erwachsenen ist das doch so. „Ich hab diesen Unfall nicht verursacht, der andere war es.“ „Ich hab nicht gelogen.“ Nur sehr selten haben wir den Mut und die Courage, dass wir zu unseren Fehlern und Sünden stehen. Die heilige Beichte, die wir doch jetzt wieder vor Weihnachten ablegen wollen, ist so ein mutiges Bekenntnis, dass ich gesündigt habe und dass nicht immer nur der andere Schuld ist.

Die Gottesmutter brauchte sich nicht zu verstecken. Sie muss sich nicht schämen, weil sie nicht Gott beleidigt hat. Bei ihr kam die Sünde nicht vor. Gott baute sich hier einen Leib, der nicht vom bösen Feind erobert wurde. Dort hätte sich der Sohn Gottes nicht wohlgefühlt. Er baute sich ein makelloses Haus, in dem er neun Monate wohnte, bevor er das Licht der Welt erblickte.

Deswegen leuchtet dieser Morgenstern so hell am Firmament. Wenn die Heiligen Sterne am Himmel sind, dann ist Maria der hellste Stern. Dieser Stern leuchtet immer ganz hell am 8. Dezember, und so freuen wir uns heute über diesen Stern, der uns Jesus Christus gebracht hat. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email