Taufe des Herrn
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Mit diesem Sonntag endet der Weihnachstfestkreis! Die Krippen werden wieder verpackt. Die Weihnachtsbäume wieder abgeschmückt und entsorgt. Der Alltag kehrt zurück. Was bleibt von Weihnachten? Ist damit in unserem Leben Weihnachten wieder erledigt und abgehakt für das nächste Jahr? Sollte sich nicht irgendetwas verändert haben, wenn wir richtig Weihnachten gefeiert haben? Nur: Was?

Woran kann man erkennen, dass wir von Weihnachten, von der Menschwerdung Gottes ergriffen wurden?

Äußerlich werden wir es wahrscheinlich nicht merken, sodass wir ab sofort mit einem Heiligenschein durch die Straßen laufen. Aber gerade zu diesem Heiligenschein möchte ich ihnen eine Geschichte erzählen:

Wie das Kamel zu seinen Höckern kam!

Das Kamel, das die drei Weisen zum Christkind in der Krippe begleitet hat, durfte, genau wie die Könige, dem Kind begegnen. Und wie es dort an der Krippe kniete, da bemerkt es, dass die Weisen, angesteckt vom Glanz des Christkindes, einen strahlenden Heiligenschein über dem Kopf hatten und auch über dem Haupt des Kamels leuchtete ein Heiligenschein. Das Kamel war sehr beschämt, denn es war ja nur ein einfaches Kamel. Da griff das Christkind nach seinem Heiligenschein, spaltete ihn in der Mitte und legte die beiden Hälften dem Kamel auf den Rücken: „Du sollst immer an diese Begegnung denken“! So zog das Kamel mit den zwei Höckern aus dem geteilten Heiligenschein, die durch die Begegnung mit dem Christkind entstanden worden waren, nach Hause. Es wurde sehr alt und hatte viele Nachkommen immer mit zwei Höckern. Aber bald wussten sie nicht mehr, woher diese Höcker kamen.

Ganz ähnlich ist es manchmal mit der Taufe. Natürlich tragen wir von der Taufe keine sichtbare Veränderung davon, aber in unseren Herzen gibt es unsichtbar diesen Heiligenschein. Wir sind durch die Taufe geprägt. Viele vergessen das im Laufe ihres Lebens. Sie vergessen, was es bedeutet, ein Kind Gottes zu sein, geprägt mit dem Sakrament der Taufe, die uns von der Erbschuld befreite. Wer aber in seinem Leben die Begegnung mit Christus immer neu sucht, wer Weihnachten und all die andern Feste gut mitfeiert, der vergisst auch nicht, dass er getauft ist, dass dieser Heiligenschein, den wir durch die Taufe bekommen haben, in uns ist und in uns leuchten soll.

Die Taufe Jesu, dessen Fest wir heute feiern, erinnert uns an unsere eigene Taufe. Bei der Taufe Jesu öffnete sich der Himmel und es strahlte von oben der Heilige Geist in Gestalt einer Taube herab. Die Stimme des Vaters war zu hören: „Du bist mein geliebter Sohn.“ Es ist ein freudiges Ereignis. Können wir nicht vielleicht auch sagen, dass so eine Art Heiligenschein über Christus zu sehen ist. So wie bei unserer Taufe der Heiligenschein in unser Herz gelegt wird und Gott zu uns gesagt hat: Du bist mein geliebtes Kind!

Es soll ein echter Heiligenschein sein. Wer das Wort Heiligenschein umdreht, wird scheinheilig. Beim Scheinheiligen ist der Heiligenschein nur äußerlich. Er dringt nicht nach innen ins Herz. Der Mensch gibt sich dann nur so, ist es aber nicht. Bewahren wir uns den Heiligenschein des Herzens, der uns durch die Taufe eingegossen wurde.

Ich möchte auf die Eingangsfrage zurückkommen: Was bleibt von Weihnachten? Es wäre schön, sagen zu können: Der Heiligenschein. Das Strahlen unseres Herzens über dieses Geheimnis „Gott wird Mensch, um uns zu erlösen“. Christus kam, um uns zu erlösen. Er erniedrigte sich und ließ sich sogar von Johannes taufen, um uns zu zeigen, dass er einer von uns geworden ist. Wir wollen seine Sakramente empfangen, damit wir einmal zu Gott erhöht werden.

Bewahren wir uns den Heiligenschein. Entzünden wir diesen Heiligenschein immer wieder an der Krippe, dass wir von diesem Geheimnis ergriffen werden und ausstrahlen. Dann bleibt Weihnachten nicht nur ein punktuelles Ereignis, sondern dann haben wir die Liebe Gottes begriffen und können diese Liebe Gottes dem Mitmenschen weitergeben. Amen.

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