2. Adventssonntag
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Sie kennen vielleicht die Antwort, wenn jemand fragt, ob das Vorhaben gelungen ist: „Es ist alles glatt gegangen!“ Vielleicht haben sie das selber schon gesagt: Es ist alles glatt gegangen!

Das hat nichts mit „eisglatt“ zu tun. Es bedeutet nicht, dass es rutschig und daher gefährlich war, sondern im Gegenteil: Wenn ich so antworte, ist das, was ich mir vorgenommen habe, gelungen. Das Ziel wurde erreicht. Ich habe Erfolg gehabt. Wenn alles glatt über die Bühne ging, war kein Geröll im Weg. Ich habe es ohne Probleme und ohne Hindernisse geschafft.

Wann ist der Advent glatt gegangen? Was muss getan werden, dass das Ziel dieser 4 Wochen erreicht wurde. Nur wenn der Herr „glatt“ kommen kann, ist Erfolg angesagt. Wenn er „glatt“ in mein Herz kommt. Er hat sich auf dem Weg gemacht und deshalb ruft uns der Prophet Jesaja zu: „Bereitet dem Herrn den Weg. Ebnet ihm die Straßen!“ Macht „glatt“ die Pfade. So wie das oft beim Bau einer Schnellbahn ist. Da muss auch so manches aus dem Weg geschafft werden. Da müssen Tunnel gebaut werden und Erdmassen bewegt werden, damit der Zug schnell fahren kann, damit die Bahnlinie „glatt“ ist.

Ein weiterer Vergleich möge uns heute noch helfen. Die Mutter kommt ins Kinderzimmer und stellt mit Entsetzen fest, dass es völlig unaufgeräumt ist und daher schrecklich ausschaut. Sie sagt zu ihrem Kind, dass ein Besuch kommt und das Zimmer bis dahin unbedingt sauber und ordentlich sein muss. Das Kind wirft die großen Sachen in den Schrank hinein und schließt ab. Die kleinen Dinge kehrt es noch schnell unter den Teppich, so dass äußerlich gesehen alles in Ordnung scheint. Jetzt kann der Besuch kommen.

Wir erwarten Jesus, den höchsten Gast, den es überhaupt gibt. Wann kann er kommen? Wenn doch „glatt“ die Sünden aus meinem Herzen weg sind. Das, was sich alles aufgestaut hat, das, was schief gelaufen ist und das, was alles unordentlich herumliegt, muss weg.

Es kommt weg, wenn ich es in der Beichte sage. „Ich habe die täglichen Gebete manchmal vergessen. Geflucht habe ich auch. Einige Male aus eigener Schuld die Sonntagsmesse versäumt. Das Elterngebot habe ich vernachlässigt, weil ich mir zu wenig Zeit für die vielleicht schon etwas gebrechlichen Eltern genommen habe. Das Liebesgebot fiel mir oft schwer. Ich bin zornig gewesen. Im 6. Gebot habe ich auch unkeusches angeschaut und geredet. In der Firma habe ich hin und wieder kleine Dinge mitgehen lassen. Und gelogen habe ich auch. Es geschah immer wieder und wäre gar nicht notwendig gewesen.“

Manche bereiten sich nur äußerlich auf das Weihnachtsfest vor. Es wird geputzt. Es werden Kekse gebacken. Das alles ist wichtig, aber wenn die innere Vorbereitung fehlt, ist das, wie wenn ich alles nur unter den Teppich kehre oder im Schrank verstecke. Ich muss alles, was nicht ins Zimmer gehört, den Staub und den Schmutz hinausbefördern und das gelingt mir nur, wenn ich den Ruf des Johannes höre, der mir die Vergebung der Sünden verkündet und sagt: Ich muss umkehren. Ich will in der Beichte alles wieder gut machen vor Gott, dass in meiner Seele alles wieder „glatt“ läuft. Nur dann kann ich am Ende des Advents sagen, wenn ich gefragt werde, wie es gegangen ist: Es ist alles „glatt“ gegangen. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email