2. Fastensonntag B 2021
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2. Fastensonntag 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

Wie jedes Jahr wandern wir in der Fastenzeit auf unserem Weg nach Jerusalem, dem Ort wo Jesus sterben und auferstehen wird, über einige Berge: Hinter uns ist der Berg der Versuchung, vor uns der Ölberg und der Berg Golgota. Heute begegnen wir dem Berg Tabor! Es ist dies die Unterbrechung der Bußzeit mit einem Blick in den Himmel. Die Apostel sehen Jesus strahlend weiß und fühlen sich so wohl, dass sie gleich an diesem Ort bleiben wollen: Petrus möchte Hütten bauen.

Warum geschieht das alles auf einem Berg? Der Berg ist dem Himmel näher. Der Berg ist oft der Ort einer Gottesbegegnung. Der Berg ist immer wieder der Ort einer Gotteserfahrung. Der Berg ist immer wieder auch ein Ausflugsziel nicht nur von Naturliebhaber. Das Bergsteigen ist gesund. Auf dem Berggipfel spürt man Gott und seine Schöpfung intensiver. Man sieht die schöne Natur. Man fühlt regelrecht die Hand des Schöpfers, wenn wir oben angekommen sind, in die Ferne schauen können und die schönen Landschaften genießen dürfen.

Manchmal wird auch unser Leben mit einer Bergtour verglichen. Das Ziel ist das Gipfelkreuz. Das Ziel ist Christus. Das Ziel ist der Himmel.

Was brauchen wir auf einer Bergtour, damit wir das Ziel erreichen? Auf unserer Lebensreise zum Gipfelkreuz brauchen wir verschiedene Dinge, die immer mit dem Buchstaben „G“ beginnen. Glaube, Gnadenmittel, Gebet und Gebote!

  1. Glaube. Wenn wir an Gott glauben, sind wir auf dem richtigen Weg. Wer glaubt, wird gerettet.
  2. Auf einer Reise brauchen wir Proviant. Das wären zweitens die Gnadenmittel, die wir Sakramente nennen. Jeder hat in seinem Rucksack etwas zum Essen. Das ist im geistlichen Leben in erster Linie die hl. Kommunion, die uns stärkt auf unserem Weg.
  3. Dann müssen wir drittens immer in Verbindung mit Gott bleiben. Das ist das Gebet. Das Gebet können wir mit einem Funkgerät vergleichen: Wir treten dadurch mit Gott in Kontakt. Doch nicht jeder hat ein Funkgerät. Vielleicht ist ein besserer Vergleich die Wanderkarte, in der ich nachschauen kann, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Wenn ich eine Pause mache und die Karte benütze, ist das, wie wenn ich bete und mit Gott in Kontakt trete. Wir sollen oft mit Gott in Kontakt sein.
  4. Das 4. „G“ sind die Gebote. Das sind die Wegweiser. Wer die Gebote hält, der bleibt auf dem richtigen Weg und stürzt nicht ab. Wer die Wegweiser nicht beachtet, dem kann es passieren, dass er sein Ziel nie erreicht.

 

Wir sind ausgegangen vom Berg, der oftmals eine Gottesbegegnung ist. Ich möchte daran erinnern, dass in der Hl. Schrift viele Menschen auf einem Berg Gottesbegegnungen hatten. Denken wir nur an Moses, der auf dem Berg Sinai die 10 Gebote bekam! Und auch Abraham hatte auf dem Berg die intensive Gotteserfahrung, als er dort oben Gott gehorchen wollte und bereit war, seinen Sohn zu opfern. Wir hörten es in der Lesung. Dieses Opfern seines Sohnes ist ein Vorausbild für Jesus Christus selbst, der auf dem Berg Golgota dann wirklich geopfert wurde. Der Sohn Gottes stirbt für uns Menschen.

Doch auf dem Berg der Verklärung schauen wir in den Himmel hinein. Jesus wird durch seinen Tod auf dem Berg Golgota und seiner Auferstehung den Himmel öffnen. Wir sehen ihn heute bereits strahlend weiss, und Jesus verbietet den Aposteln, es weiterzusagen, bis er von den Toten auferstanden ist. Dies beschäftigte sie, denn sie können damit nichts anfangen. Wir aber wissen, was es bedeutet. Wir dürfen dankbar auf dieses Geschehen zurückblicken und unserer eigenen Verklärung mit christlicher Hoffnung entgegengehen. Amen.

Videolink zur Homilie (YouTube)


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021