3. Ostersonntag
2018 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Heiligen Schrift!“ Die Emmausjünger kehrten zurück und berichteten von Jesus und davon, dass Jesus ihnen die Schrift auslegte, da kommt Jesus selbst und erklärte noch einmal, dass sich die Schrift erfüllen musste. Es steht bei den Propheten, dass der Messias leiden wird und am dritten Tag von den Toten auferstehen wird. So wie Jona drei Tage im Bauch des Fisches war, so muss der Messias drei Tage im Grab liegen. Der Prophet Jesaja hat am deutlichsten das Leiden des Messias vorausbeschrieben. Wir hören eine sehr beeindruckende Stelle aus Jesaja in der ersten Lesung immer am Karfreitag. Ich möchte Ihnen ein paar wichtige und beeindruckende Stellen daraus vorlesen: „Der Gottesknecht ist entstellt. Er hat keine schöne Gestalt. Er wird verachtet: ein Mann voller Schmerzen. Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm. Durch seine Wunden sind wir geheilt. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. Er wurde misshandelt und niedergedrückt. Er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, … obwohl er kein Unrecht getan hat. Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht. Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.“

Das waren nur Auszüge aus dieser Lesung. Jesaja spricht wirklich prophetisch. Er sagt voraus, was mit dem Messias passieren wird. Ich bin überzeugt, dass Jesus sowohl bei den Emmausjünger, als auch an diesem Abend, als alle versammelt waren, besonders auf den Propheten Jesaja hingewiesen hat.

Der zweite Text, der sehr deutlich auf Christus hinweist, ist der Psalm 22, den Jesus am Kreuz betet: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.“ So beginnt dieser Psalm. Und da steht dann weiter: Ich aber bin ein Wurm, kein Mensch, der Leute Spott und verachtet vom Volk. Wer mich sieht, verhöhnt mich. Sie zerreißen mir Hände und Füße. Sie verteilen meine Kleider unter sich und werfen über mein Gewand das Los.“

Auch hier würde man nicht meinen, dass dieser Text lange Zeit vor Jesus verfasst wurde. So deutlich spricht er vom Messias.

Nicht nur den Emmausjüngern gingen die Augen auf, sodass sie ihn erkannten, auch den Aposteln gingen die Augen auf und sie verstanden jetzt die Schrift richtig. Sie kamen wahrscheinlich aus dem Staunen nicht heraus. Das Alte Testament hat ihren Sinn bekommen. Es muss christozentrisch ausgelegt werden, d.h. auf Christus hin. Wie hat Gott selbst sein Volk vorbereitet auf sein Kommen. Man verstand plötzlich, dass Abrahams Opfer ein Vorausbild auf das Opfer des Gottessohnes ist. Der Durchzug durch das Rote Meer ist das Vorausbild für die Taufe. Wir werden gereinigt und vom Bösen befreit.

Sicherlich ist es verborgen gewesen, sodass Christus ihnen helfen musste, auf die Sprünge helfen musste. Aber dann war alles ganz klar. „Er öffnete ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Alles musste in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.“

Besonders auf den Propheten Jesaja und auf Psalm 22 wollte ich heute hinweisen. Hier hat Gott in besonderer Weise schon niederschreiben lassen, was mit seinem Sohn passieren wird. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email