30. Sonntag im Jahreskreis
2018 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der blinde Bartimäus ist ein Bild für uns Menschen. Er schreit um Hilfe. Er ruft laut: Jesus, erbarme dich meiner. Ganz genau ruft er: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir.“ Damit legt er schon ein Glaubensbekenntnis ab. Er glaubt, dass Jesus der Sohn Davids, der Messias ist. Er schreit so laut, dass die anderen ärgerlich wurden. Er übertönt mit seinem Geschrei alle anderen, möchte auf sich aufmerksam machen und sagen: Schaut mich an, in welchem Elend ich bin! Ich kann nicht sehen. Ich bin blind.

Seit der Ursünde, seit Adam und Eva sind wir alle im Elend und dadurch belastet. Die Menschheit ist seither in der Sünde, in einem gewissen Sinn blind und ruft um Hilfe: Jesus wir brauchen dich! Erlöse uns! Das ganze AT wartet auf diesen Erlöser, und wir hören laut in den Texten immer wieder die Sehnsucht, dass doch bald der Messias komme. Die Menschen rufen zu Gott: Rette uns! Es ist dunkel um uns! Mach, dass es Licht werde! Öffne uns wieder das Tor zum Paradies, das seit dem Sündenfall verschlossen ist!

Und Jesus hört seinen Ruf. Der Blinde soll sogar zu ihm kommen. Sie bringen ihn zu Jesus, und er fragte: „Was soll ich dir tun?“ Endlich kann er ihm sagen, was ihn so sehr bedrückt. Eigentlich liegt es auf der Hand: „Ich will wieder sehen!“ Es ist der Wunsch der Menschheit, die zu Gott ruft. Wir sind auch im Dunkeln. Mach, dass es Licht wird! Jeder von uns kann rufen: Ich will ein Sehender im Glauben werden! Rette mich Jesus! Diesen Wunsch möge uns Jesus erfüllen. Stellen wir ihm diese Bitte! Hilf mir glauben! Ich tu mir oft so schwer, an dich zu glauben.

Wir wissen, dass Jesus uns durch das Sakrament der Taufe erlöst hat, dass der Hilferuf der Juden im AT erhört wurde, dass Gott seinen eigenen Sohn gesandt hat, um uns zu retten.

Das, was Jesus dem Blinden antwortet, ist wiederum beeindruckend. Dein Glaube hat dir geholfen. Bartimäus war bereits ein Sehender im Glauben. Er hat geglaubt, dass Jesus der Sohn Davids, der Messias, der Retter ist, dass er ihm helfen kann, und so konnte auch Jesus wirken und ihn heilen.

Wir wollen auch glauben, dass Jesus der Sohn Davids ist und zu ihm rufen im Gebet: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!

Die Ostkirche kennt diesen Satz. Es ist das berühmte Jesusgebet. Die Mönche wiederholen ihn oft während des Tages, während der Arbeit, immer! Die Mönche auf dem bekannten Berge Athos lernen diesen Ruf mit dem Herzen zu beten: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner.“ Mit einer bestimmten Atemtechnik sprechen sie ihn still in Gedanken während des Tages vor sich hin. Sie erinnern sich damit ständig an Jesus, den Sohn Gottes, der für sie gestorben und auferstanden ist und so seine Liebe gezeigt hat. Es ist ein Gebet für uns alle, um immer wieder neu von der Blindheit des Herzens befreit zu werden. Die Wiederholung hat etwas für sich. Bei uns hat es sich nicht eingebürgert. Aber bei uns gibt es auch ein Gebet, das sich immer wiederholt. Bei uns ist dies der Rosenkranz. Dies ist ebenfalls ein Jesusgebet, das das Gleiche im Auge hat, nämlich: Immer mit Gott in Verbindung zu sein im Gebet; sich mit Jesus verbinden; sein Leben betrachten und danken, dass wir dadurch sehend wurden,

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email