13. Sonntag im Jahreskreis
2018 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Es geht heute um Berührungen; Heilung durch Berührung. Es gibt Verletzungen am Körper, die tun dann sehr weh, wenn man nochmals die verletzte Stelle berührt, dann muss man ein Pflaster drauf geben, einen Verband und ruhig stellen, damit es heilen kann. Möglichst nicht mehr diese Stelle berühren.

Es ist aber auch umgekehrt, dass ich durch Berührung heilen und trösten kann. Ein Kind hat Heimweh. Eine Bezugsperson nimmt es in die Arme, berührt es und tröstet das Kind. Ein Kind hat sich einmal am Finger ein bisschen verletzt und geweint. Ich habe ganz fest draufgeblasen und das Kind musste darüber plötzlich lachen und hat den Schmerz vergessen.

Es gibt auch Berührungen, die weh tun, wenn jemand zu Hause schlimm ist und die Mutter ihm dafür eine Ohrfeige gibt.

Es gibt gute und schlechte Berührungen. Im AT musste jemand, der Aussatz hat, die Gesellschaft meiden, um niemanden zu berühren, damit keiner angesteckt wird. Ein fauler Apfel, der zwischen gesunden Äpfeln liegt, der steckt andere an, sodass die auch faul werden.

Umgekehrt sehen wir es bei einer brennenden Kerze, die eine andere Kerze am Docht berührt, dann gibt sie das Licht weiter.

Im Evangelium sucht eine kranke Frau die Berührung mit Jesus, ja eigentlich nur mit dem Gewand von Jesus und wird geheilt. Jesus selbst weckt sogar ein totes Kind auf, in dem er es an der Hand fasst und es berührt.

Wenn wir also mit Jesus in Berührung kommen, dann ist das immer eine gute Berührung.

Wenn am Freitag in vielen Diözesen Priesterweihen waren, hat der Bischof den Kandidaten die Hände aufgelegt, ihn berührt. Eine Berührung die eine besondere Weihe zur Folge hat, die den Diakon zu einem Priester macht, der Christus ganz nachfolgt und Sakramente spenden kann, die auch gute Berührungen zur Folge haben.

Die innigste Berührung geschieht natürlich bei der hl. Messe. Ja hier ist es sogar eine Vereinigung in der heiligen Kommunion.

Eine wichtige Voraussetzung bei unseren beiden Bespielen im Evangelium sind das Vertrauen und der Glaube.

Die kranke Frau glaubte fest an Jesus. Sie hatte ein so großes Vertrauen, dass Jesus sie heilen kann und Jesus spürt dann auch, dass eine Kraft von ihm ausging. Wir wollen auch Jesus so berühren, dass eine Kraft von ihm ausgeht. Glauben wir auch fest, dass Jesus in der Kommunion gegenwärtig ist und vertrauen wir, dass er uns heilen kann, dass er uns von unseren Sünden heilen kann.

Er kann Tote auferwecken. Der Vater Jairus glaubte fest an diese Macht. Glauben wir auch an diese Macht. Jesus kann uns von der Todsünde zum Leben erwecken. Bei jeder heiligen Beichte spüren wir, dass uns Jesus berührt.

Jesus ruft uns allen dieses „Talita kum“ zu, dieses „Steh auf“. Mach dich frei von deinen Sorgen. Ich rufe dich wieder zum Leben. Lass dich von seinem Ruf berühren, von seiner Stimme, von seiner Lehre, die befreit und lass dich berühren von seiner Botschaft. Diese Berührung wollen wir suchen, besonders in seinen Sakramenten, im Sakrament der hl. Messe, wo wir in der heiligen Kommunion ganz innig von Jesus berührt werden. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email