1. Adventssonntag
2017 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Bereitet dem Herrn den Weg.“ Der Advent, der am Sonntag beginnt, ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten, auf das Kommen des Herrn. Er kommt als Kind in die Krippe. Er kommt wieder auf den Wolken des Himmels. Das haben wir oft genug gehört. Der Advent ist aber nicht nur die Zeit des Wartens auf den Herrn, sondern auch eine Zeit des Aufbrechens!

Wir sollen nicht nur in unserem Kämmerlein sitzen und die Hände in den Schoß legen mit dem Wissen: Der Herr kommt am Christtag und ich warte jetzt und tue nichts. Das ist es nicht! Bereitet dem Herrn den Weg. Das Warten heißt nicht „Nichtstun“, sondern diese Aufforderung des Johannes. Ebnet ihm die Straßen bedeutet für uns. Tu etwas! Einerseits kann ich sicherlich betend ihn erwarten. Das ist bereits ein Tun. Aber andererseits heißt aufbrechen auch: Gehe ihm entgegen. Mache dich auf. Leg den alten Menschen ab. Steig auf den Berg zum Gipfelkreuz, zu Christus. Und was muss ich tun, um diesen Berg zu erglimmen? Auch Maria ist ja aufgebrochen zu ihrer Verwandten. Was hat sie auf diese Reise mitgenommen?

Wir brauchen auf einer Reise Proviant! Proviant bedeutet für uns im Glauben: die hl. Kommunion. Sie stärkt uns. Jesus ist dann bei uns. Maria hat auch die hl. Kommunion bei sich. Sie hat Jesus unter ihrem Herzen getragen. Die hl. Kommunion hilft uns besser zu werden.

Was brauchen wir nicht auf dieser Reise? Wir wollen die alten Sünden ablegen, die so schwer im Rücksack uns niederdrücken. Ohne diese Sünden geht der Weg viel leichter. D.h. wir wollen eine gute Weihnachtsbeichte ablegen. Dadurch wird der Rucksack leicht.

Was kann denn noch in diesem Rucksack drinnen sein, das nicht unbedingt hineingehört auf unserer Reise, und was den Rucksack nur unnötig schwer macht? Wir könnten auf Verschiedenes verzichten in dieser Adventzeit. Für viele ein ganz fremder Gedanke, denn mit den ganzen Adventstandln und den ganzen Angeboten, fällt es uns schwer im Essen uns einzuschränken. Oftmals ist im Rucksack der tägliche Fernseher, der Computer, das Internet, für die Kinder die Computerspiele, der Gameboy, für die Erwachsenen das Kino, der Tanz, so manches Vergnügen. Es gäbe vieles, auf das wir verzichten können und unser Rucksack wird sofort leichter auf unserm Weg zu Christus, bzw. beim Warten auf unseren Herrn.

Was hilft uns auf diesem Weg? Was erleichtert uns den Weg? Neben dem Gebet und die hl. Messe ist das auch der Blick zum Nächsten. Sehen wir jemand in Not? Können wir helfen? Einen Besuch machen! Freude bereiten! Lesen wir einmal auch in der hl. Schrift? Feiern wir auch zu Hause Advent mit den Kindern? Beten und singen wir vor dem Adventkranz?

Das sind Vorschläge einer Adventgestaltung. Machen wir uns auf den Weg! Wir wollen auf diese Weise den Herrn auch erwarten, indem wir ihm entgegengehen. Bereiten wir dem Herrn den Weg, indem wir uns auf den Weg machen. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email