Hochfest der Gottesmutter
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Ich weiß nicht, ob es ihnen auch so geht. Der Neujahrsmorgen hat für mich immer eine ganz eigene Atmosphäre, ein besonderes Flair liegt da in der Luft. Es ist eine eigenartige Stimmung. Diese Stille in der Früh. Wahrscheinlich ist es sonst auch still, aber an diesem Morgen wird mir das immer so bewusst, nachdem die Nacht ja doch etwas anders war als sonst mit dem betäubenden Lärm der Raketen, der Knaller und Böller. Vor acht Tagen war es eine stille Nacht. Heute ist es ein stiller Morgen und wir gedenken an diesem Neujahrsfest der Gottesmutter Maria. Es ist das Hochfest ihrer Gottesmutterschaft. Und ähnelt stark dem Weihnachtsfest. Es ist der Oktavtag. So wie die Oktav in der Musik, der achte Ton, ähnlich dem Grundton klingt, so ist die heutige Oktav eine Wiederholung des Weihnachtsfestes, bzw. wir haben jetzt acht Tage Weihnachten gefeiert.

Wenn auch heute viele Glücksbringer verteilt werden. Die Schornsteinfeger, die Glücksschweine, die Hufeisen und Bleifiguren haben da Hochsaison, so soll doch bei uns ein anderer „Glücksbringer“ im Mittelpunkt stehen. Unser Glücksbringer ist und bleibt die Gottesmutter Maria. Sie hat uns Glück und Freude gebracht. Sie hat uns Jesus geboren und deswegen ist sie die Glücksbringerin. Betrachten wir heute das Gotteskind in ihren Armen, der unser Erlöser ist. Ein schlafendes, kleines Kind hält sie in der Hand. Wie glücklich war sie, als sie ihr neugeborenes Kind immer wieder in ihren Händen hielt und betrachtete. Ein Kind ist immer ein Geschenk Gottes und jede Mutter kann dafür nur dankbar sein. Gott danken, noch dazu, wenn man den Sohn Gottes gebären durfte und in den Händen halten darf. Wenn wir sonst Kinder, Babys in die Augen schauen, dann sehen wir, dass da alles gut ist, nichts verdorben ist. Die Augen der Kinder strahlen Reinheit aus, weil es keine Dunkelheit in ihnen gibt. Sie leben im Licht. Umso mehr bei Jesus, der ganz Reine, Sündenlose, der uns von unseren Sünden befreit hat. Wie mag wohl er Glück und Frieden ausgestrahlt haben, wenn man ihn auf den Händen trug und umherschaut, usw. Maria ist also die Glücksbringerin.

Wenn wir heute nicht nur das Kind betrachten, das uns die Gottesmutter geboren hat, sondern auch über den heutigen Tag nachdenken, mit dem ein neues Jahr beginnt, dann schauen viele zurück und andere besorgt nach vorne. Was wird es bringen?

Da können wir wie der hl. Franz von Sales über die Vergangenheit sagen: „Die Vergangenheit gehört dem göttlichen Erbarmen. Was gewesen ist, ist gewesen, ob es gut war oder schlecht, ob es uns Freude gemacht hat oder Leid, es ist vorbei, es liegt im göttlichen Erbarmen.

Über die Zukunft sagt Franz von Sales: Die Zukunft gehört der göttlichen Vorsehung.“ Es ist Gott selbst, der um meine Zukunft weiß, und genau deshalb brauche ich davor keine Angst haben. Wir sind in Gott geborgen und wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott mit uns geht, was auch immer kommen mag.

Und wenn die Kirche am heutigen Tag an die Gottesmutter Maria denkt, dann möchte sie genau das Gleiche sagen. Leg die Vergangenheit in die Hände Mariens und vertrau ihr das kommende Jahr an. Nehmen wir sie an der Hand, und bitten wir sie um ihren Segen, um ihre Hilfe und Beistand.

Sie ist auch unsere Mutter, und sie wird sich um ihre Kinder kümmern, so wie sie sich um ihren Sohn gekümmert hat.

Wenn wir uns hier klein machen und die Gottesmutter wirken lassen, dann wird auch das kommende Jahr ein von Gott gesegnetes Jahr werden. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email