Hochfest der Gottesmutter
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Sie wissen, dass manche Monatsnamen von den römischen Göttern herkommen. Der März z. B. kommt vom römischen Kriegsgott Mars. Und der Januar kommt vom römischen Gott Janus. Diese Gottheit ist etwas Eigenartiges, denn er hat zwei Gesichter. Er schaut nach vorn und nach hinten. Der erste Januar, so könnte man sagen, schaut auch nach vorne und mit dem anderen Gesicht zurück in das vergangene Jahr.

Auch wir schauen in diesen Tagen nach vorne und nach hinten. Wir fragen uns: Was hat uns das Jahr gebracht und was wird uns das neue Jahr bringen.

Die Ungewissheit über die Zukunft ist für manche belastend. Das laute Feuerwerk heute Nacht hat ja auch etwas Heidnisches an sich. Man will in einer gewissen Weise durch den Lärm die bösen Geister verscheuchen und hofft auf ein glückliches Neues Jahr. Die Glücksbringer sind auch wieder unterwegs und so mancher lässt sich davon gefangen nehmen und glaubt daran.

Der Jahreswechsel ist für viele ein Fest und manche werde dabei etwas sentimental. In den Jahresrückblicken lässt man nochmals die Highlights an sich vorübergehen und viele überlegen selber, was war denn in diesem Jahr bei mir persönlich von Bedeutung. Hat es Veränderungen gegeben! Sind vielleicht Bekannte für immer von uns gegangen? Gab es Zuwachs? Gab es bei mir selber Veränderungen, beruflich, familiär, religiös?

Dann gibt es ebenso viele, die für das neue Jahr sich dann Vorsätze machen. Sie überlegen, was sie zum Positiven ändern wollen.

Also diese Nacht hat doch irgendwie zwei Gesichter wie der römische Gott Janus. Eines, das nach vorne schaut und eines das nach hinten schaut, eines in die Zukunft und eines in die Vergangenheit.

Aber was bietet die Kirche an? Wir feiern heute das Hochfest der Gottesmutter und da müssen wir sagen, wir sehen auch zwei Gesichter. Wir sehen das Gesicht der Gottesmutter und wir sehen das Gesicht des Jesuskindes. Aber beide haben nur ein Gesicht. Beide schauen uns an und sagen uns. Lass dich nicht verwirren durch die zwei Gesichter.

Das Gesicht der Gegenwart ist wichtig. Ich bin da. Ich bin in der Krippe und du sollst mich anschauen und meine Mutter. Du sollst mich lieben und meine Mutter lieben. Alles andere ist doch nicht so wichtig. Ich bin Mensch geworden, weil ich dich liebe. Ich habe mir eine Mutter auserwählt, die ich liebe und die du auch lieben sollst.

Heute ist der Oktavtag meiner Geburt. Die Oktav in der Musik ist der gleiche Ton nur etwas höher oder tiefer. Und so soll der heutige Tag noch mal den gleichen Ton spielen wie vor einer Woche. Wir wollen uns noch mal erinnern an das, was wir da gefeiert haben. Wenn wir das Hochfest der Gottesmutter feiern, dann ist das eben genau das Geheimnis, dass Gott Mensch wurde, dass er durch Maria auf die Erde kam, dass die Jungfrau geboren hat und dass sie das Kind in eine Krippe legte. Freue dich nochmals darüber und gehe mit Maria und mit dem Jesuskind in das neue Jahr hinein. Wenn du sie mitnimmst, an der Hand der Gottesmutter gehst, dann geht nichts schief, dann bist du nicht nur bei Maria, sondern auch bei Jesus und die werden dich beschützen, alle Tage von diesen 366, die vor uns liegen. Und die haben wie gesagt nicht zwei Gesichter wie die Gottheit Janus, der deshalb als zwiespältig gilt. Maria und das Jesuskind sind nicht zwiespältig. Sie haben nur ein Gesicht und das schaut weder nach vorn noch nach hinten, sondern es schaut dich liebevoll an, es schaut dir in das Gesicht und sagt. Fürchte dich nicht vor dem neuen Jahr 2012, denn ich bin bei dir, ich begleite dich mit meinem Segen und du brauchst nur Vertrauen haben, es wird alles recht. Du brauchst mich nur zu lieben und ich werde dir Freude ins Herz legen. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email