Erscheinung des Herrn
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Viele Menschen in der heutigen Zeit sind im Auto mit einem sogenannten Navi unterwegs. Ein Navigationssystem hat schon manchem den richtigen Weg gewiesen. Man tippt am Anfang das Ziel ein, und eine liebevolle Stimme sagt, wohin man fahren muss. »In dreihundert Meter links abbiegen.« Das kann auch auf die Nerven gehen. Man darf auch nicht blind vertrauen. Es ist nicht hundertprozentig sicher. Es kann z. B. vorkommen, dass es die Straße nicht kennt, dass es die Straße nicht mehr gibt, usw.

Bei den Weisen aus dem Morgenland gab es ein von Gott geschicktes Navi. Dieses Navi war ohne Fehler. Es war das vollkommene Navi. Der Stern hat ihnen den Weg gewiesen. Er hat den richtigen Weg zum König der Juden gezeigt. Sie mussten dazu nach oben schauen.

Schauen auch wir in unserem Leben oft nach oben: d.h. zum lieben Gott. Nicht wie der »Hans guck in die Luft«. Dieser fiel dafür ins Wasser, weil er nicht auf den Weg achtete. Nein, nicht wörtlich verstehen, sondern geistlich. Wir sollen immer wieder Gott fragen: »Wohin geht mein Weg?« »Wohin soll ich mich wenden?«

Manche haben überlegt, was das für ein Stern ist. Es gibt die Hypothese von der Überlappung der Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild der Fische, was nur etwa alle 800 Jahre eintritt. Für die babylonische Sternkunde ist der Jupiter der Stern des Weltenherrschers, Saturn der Stern Palästinas und das Sternbild der Fische war für sie ein Zeichen für die Endzeit. Daraus haben sie vielleicht geschlossen, dass der endzeitliche Weltenherrscher in Palästina geboren wird. Um diesen Weltenherrscher zu sehen, traten sie aus dem Osten die sehr lange Reise an. Das war sicher mühsam, und daher müssen sie wirkliche Gottsucher gewesen sein, die diese große Sehnsucht im Herzen hatten, um sich auf einen so langen und ungewissen Weg zu machen. Sind auch wir Gottsucher in unserem Leben! Schauen wir auch zum Himmel und Gott wird auch uns einen Stern schicken, der uns den Weg zeigt.

Das zweite, was wir von den Weisen lernen wollen, ist: Sie waren einerseits Gottsuchende und andererseits, als sie ihn gefunden haben, hieß es. »Sie fielen nieder und huldigten ihm.« Sie beteten an. Machen auch wir uns klein vor Gott! Beten wir den allmächtigen Gott an, der größer ist als wir! Auch wenn er sich selber klein macht und ein Kind wird, – ein armseliges Menschkind, – er bleibt doch der Weltenherrscher, dem Anbetung und Ehre gebührt. Die Weisen haben das erkannt und sich nicht gescheut, sich niederzuknien. Das waren nicht wie die Hirten einfache Leute, sondern Intellektuelle, Schriftkundige, gescheite Menschen. Aber es waren Menschen mit viel Demut. Es waren Menschen, die gottesfürchtig waren, die anerkannt haben, dass sie nur geschaffene Lebewesen sind und dass Gott ihr Schöpfer ist.

Und drittens bringen auch wir dem Gottessohn Geschenke. Gold steht für die Macht und den Glanz des Königs. Weihrauch wird zur Ehre Gottes verbrannt und geopfert. Myrrhe wurde als Balsam für den verstorbenen, menschlichen Leib verwendet. Die Geschenke der Weisen bezeichnen so Jesus als den König der Welt, wahrer Gott und wahrer Mensch. Doch will Jesus von uns nicht Gold, Weihrauch und Myrrhe, sondern er will uns ganz haben, er will dich so wie du bist.

Das ist Botschaft des Sternes, den wir heute leuchten sehen. Er sagt uns: Schau nach oben zu Gott und du wirst den richtigen Weg gehen. Er sagt uns: Mach dich klein und bete das Kind in der Krippe an. Er sagt uns drittens: Schenk ihm deine Gaben! Schenk ihm alles, was du hast, ja alles, was du bist und du wirst so wie die Weisen einen anderen Weg nach Hause gehen. Amen.

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