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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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2. Sonntag im Jahreskreis 2020 A

Messtexte | Word-Dokument

Das entscheidende Wort des heutigen Evangeliums ist „Zeugnis“. Johannes der Täufer, der am Jordan Jesus tauft, legt Zeugnis von Jesus ab. Wir haben letzte Woche die Taufe Jesu gefeiert und uns über das Sakrament der Taufe Gedanken gemacht.

Heute schauen wir auf Johannes und auf sein Zeugnis.

Die Kinder bekommen in ein paar Wochen das Zwischenzeugnis. Wenn jemand ein Zeugnis ausstellt, dann muss er diejenige Person kennen. D.h. auch Johannes kannte Jesus. Nicht weil er sein Verwandter war, sondern weil ihm von Gott geoffenbart wurde, wer er ist.

Dieses „Zeugnis ablegen“ kommt in der Heiligen Schrift oft vor. Die Märtyrer der Kirche haben daher ihren Namen. Ein Märtyrer ist ein Zeuge. Er ist ein Blutzeuge, der für Jesus Christus sein Leben hingegeben hat, der sein Blut vergossen hat, so wie Jesus Christus für uns sein Blut am Kreuz verflossen hat.

Wichtig für Paulus und die Apostel ist, dass sie Zeugen der Auferstehung sind. Sie haben Jesus gesehen. Sie haben ihn berührt, und daher bezeugen sie diese Glaubenswahrheit.

So ist es bei Johannes. Er legt ein dreifaches Zeugnis für Jesus ab.

1. Jesus Christus ist das Lamm, das die Sünde der Welt hinweg nimmt. Das Lamm ist sehr eigenartig. Es ist kein mächtiges Tier. Es ist das unschuldige Lamm. Es erinnert an das Paschalamm beim Auszug aus Ägypten. Beim Propheten Jesaja lesen wir vom Lamm, das zum Schlachten geführt wurde und seinen Mund nicht auftat. Dieses Lamm trägt all unsere Krankheiten und Schmerzen. Es wird unserer Sünden wegen durchbohrt, und es wird zerschlagen wegen unserer Missetaten. Das alles ist in Christus erfüllt.

2. Auf wen ich den Heilige Geist herabgekommen sehe und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das geschah bei der Taufe Jesu im Jordan. Daher wusste Johannes, Jesus ist der Messias, und er legte hiermit das zweite Zeugnis ab.

3. Und das dritte Zeugnis spricht er aus, als er sagt: Er ist der Sohn Gottes. Bei Johannes wird schon geheimnisvoll von der Heiligsten Dreifaltigkeit gesprochen. Die Stimme des Vaters war bei der Taufe zu hören. Das ist mein geliebter Sohn. Der Heilige Geist kommt in Gestalt einer Taube herab, die dritte göttliche Person.

Johannes der Täufer ist also nicht nur der Vorläufer Jesu, sondern ein wichtiger Zeuge, der hinweist auf den Messias. Er ist der, der bereits diesen Glauben hat, dass in Jesus die ganzen Prophezeiungen des Alten Testamentes in Erfüllung gegangen sind.

Legen auch wir Zeugnis für Christus ab mit unserem Leben! Es gibt genügend Möglichkeiten auf unseren Erlöser im Alltag hinzuweisen. Haben wir diesen Mut, diese Courage und werden wir wieder mehr missionarische Christen, besonders auch jetzt in der Gebetsoktav für die Einheit der Christen. Je mehr wir Zeugnis von Christus ablegen, desto mehr tun wir für die Einheit, denn ein überzeugter Christ ist anziehend und begeisternd für alle Christen. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2020