29. Sonntag im Jahreskreis
2017 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Seit 1926 begeht die Kirche im Oktober den Weltmissionssonntag. Im 20. Jahrhundert ist uns Christen intensiv bewusst geworden, dass wir eine Weltkirche geworden sind. Wir können wirklich ohne Übertreibung sagen, dass unsere Erde ohne Christentum nicht mehr vorstellbar ist. Auf dem letzten Konzil ist diese Weltkirche deutlich sichtbar geworden, als Kardinäle und Bischöfe aus allen Kontinenten zugegen waren. Afrika, Südamerika und viele andere Missionsgegenden hatten schon eigene Bischöfe, die sie nach Rom sandten. Mit der Wahl von Papst Franziskus ist dann zum ersten Mal ein Nicht-Europäer zum Papst gewählt worden. Das Christentum ist auf der ganzen Erde verbreitet.

Von allem Anfang an ist also das Abschiedswort Jesu vor seiner Himmelfahrt ernst genommen worden. „Geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Völker zu meinen Jüngern, indem ihr sie tauft und sie alles halten lehrt, was ich euch geboten habe.“ Es ist dies der Missionsbefehl, der immer aktuell bleibt bis zur Wiederkunft Christi. Einmal im Jahr erinnert uns die Kirche, dass es trotz hervorragender Missionierungserfolge immer noch viele Gebiete auf dieser Erde gibt, bei denen Christen die Minderheit sind. Alle sollen aber von der Botschaft Christi hören und sie begeistert annehmen. Jeder, der dann von der Wahrheit des Christentums überzeugt ist und alle, die das Christentum als befreiende Religion erfahren, werden automatisch bemüht sein, diesen Glauben weitergeben zu wollen. Das geschieht im Kleinen, wenn Eltern ihren Kindern das Glaubensleben lernen und vorlegen. Das geschieht in der großen Welt, wenn wir die vielen Missionare betrachten, die oft unter großen Opfern den Glauben in den Ländern der Mission ausbreiten.

Doch Eigenartiges geschieht in unseren Landen. Vielen Leuten scheint der christliche Glaube nicht mehr viel zu bedeuten. Einige kehren der Kirche offiziell den Rücken. Viele andere sind in der Kirche und kümmern sich aber weder um die Gebote Gottes, noch bemühen sie sich um ein Gebetsleben. Diese Situation erwartet von uns immer mehr die Mission im eigenen Land. Manche haben nicht gemerkt, dass wir unter vielen getauften Heiden leben und lassen sich anstecken vom Geist der Welt, der in unserem Land vielfach nicht mehr christlich ist. Die Kreuze werden immer mehr verdrängt, dafür sprießen die Kürbisse des heidnischen Halloween wie Unkraut aus der Erde. Die Geister der Unterwelt möchte man wieder mit Lärm vertreiben, statt mit dem Gebet. Ja selber verkleidet man sich als Geister, statt bei den Engeln und Heiligen Zuflucht zu suchen. Gerade zu Allerheiligen, wo wir an die vielen Menschen denken, die ihr Ziel im Himmel erreicht haben, meldet sich der Ungeist auf diese Weise drastisch zu Wort.

Es ist also dringend Mission in unserem eigenen Land notwendig. Mission gelingt aber nicht ohne eigene Bekehrung. Da ist das Sakrament der hl. Beichte wichtig, die wir, auch die Priester, regelmäßig empfangen sollen. Der Priester ist und bleibt genauso Sündern, der die Vergebung braucht und der die Versöhnung mit Gott suchen muss. Das muss er sogar in besonderer Weise vorleben, sonst kann er dies nicht von seinen Gläubigen erwarten. Das Gleiche gilt natürlich für die Missionare auf der ganzen Welt.

Missio bemüht sich, den Missionaren auch finanziell zu helfen. Das Beispielland dieses Jahr ist Kenia. Wenn sie heute am Weltmissionssonntag ihre finanzielle Gabe für die Mission geben, dann zeigt das, dass der christliche Glaube in unserem Land noch nicht ganz ausgestorben ist. Wichtiger aber sind immer das Gebet und unser Opfer für die Mission. Und hier ist schon eingeschlossen unser eigenes Land, das leider durch den Glaubensverlust immer mehr zu einem Missionsland wird.

Wenn sie die Mission durch ihre finanzielle Gabe, durch Opfer und durch ihr Gebet zu ihrem eigenen Anliegen machen, leben sie die allgemeine Berufung zu einem guten Christen und sind somit in der Kirche missionarisch tätig. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email