Allerheiligen
2017 A
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Das Hochfest Allerheiligen lenkt unseren Blick zum Himmel! Warum gibt es in der heutigen Zeit immer weniger Glauben? Ich bin überzeugt, der Grund ist, weil unser Blick zu wenig zum Himmel geht, was an Allerheiligen besonders uns die Kirche ans Herz legt! Und ich glaube, der Grund ist auch der, weil viele eine ungenügende und teilweise falsche Vorstellung vom Himmel haben. Daher ist es wichtig, nachzudenken, was der Himmel wirklich ist. Stellen wir uns doch das öfter vor, was uns nach dem Tod bei Gott erwartet! In der geheimen Offenbarung des Johannes wird uns ein großartiges Bild vom Himmel gezeigt! Es sind dort 144.000, die vor dem Thron stehen: eine ganz große Schar also. Sie standen vor dem Lamm, vor dem Thron und beteten an. Sie lobten Gott, und ihr Blick war also auf ihn gerichtet.

Der Himmel ist das Schauen auf Gott, die Anschauung Gottes. Vielleicht sagen sie mir jetzt: Ist das alles? Was sonst noch? Ist das nicht langweilig? Aber was heißt: Gott schauen, bei Gott sein? 1. Aug in Aug, 2. Herz an Herz, 3. Eins mit ihm.

1. Aug in Aug. Das ist das Herrlichste und Wunderbarste im Himmelreich, denn Gott ist so unglaublich schön, anzuschauen. Wenn wir schon auf Erden bei manchen schönen Dingen so fasziniert sind, ein schöner Film, die Schönheit der Natur (sogar der Herbst hat mit seiner Farbenpracht seine Schönheit, obwohl alles abstirbt), die Berge. Und das ist alles von Gott gemacht. Wie schön muss Gott sein? Wir werden in der Ewigkeit Gott erkennen, wie er selbst ist.

2. Wir schauen ihn Herz an Herz. Das bedeutet, wir dürfen teilnehmen an seiner unendlichen Liebe. Wir kleben an seinem Herzen, so wie Eisen an einem starken Magneten klebt. Ein ganz kleiner Eisenspan, der an einem riesigen Magneten mit großer Anziehungskraft klebt, den kann man nicht mehr entfernen, so wird es einmal mit uns sein in der Ewigkeit. Wir kleben aus reiner vollkommener Liebe an Gott und wollen nicht mehr von ihm weg. Wir können auch nicht mehr weg, weil wir nicht mehr sündigen können.

3. Wir werden eins mit ihm. Unser „Ich“ tritt zurück, wie der Tropfen, der vom ewigen weiten Meer aufgesaugt wird, ohne dass er sein Ich verliert. Das ist die unausdenkliche Seligkeit. Augustinus fasst diese drei Punkte folgendermaßen zusammen. Der Himmel ist: ruhen und schauen (Aug in Aug), schauen und lieben (Herz an Herz), lieben und loben (ganz in Gott, eins mit ihm).

Was ist im Himmel nicht? Im Himmel gibt es keine Trauer mehr, keine Träne. Gott wischt jede Träne ab. Im Himmel gibt es keinen Tod mehr. Er war die Folge der Sünde. Er ist überwunden. Der Tod ist im Himmel vorbei. Dort ist ewiges, glückliches Leben. Im Himmel ist daher auch kein Schmerz und Mühsal mehr. Das alles ist vorbei.

Im Himmel ist ewiger Friede. Wie oft sehnen wir uns nach Frieden: Frieden in der Welt, Frieden in der Familie, Frieden im Herzen. Im Himmel ist ewige Freude; nicht Spaß, sondern innere, echte Freude, die andauernd ist, die uns nicht mehr genommen wird, ohne Ende, für immer.

Die Heiligen haben dieses Ziel erreicht. Es sind nicht nur die paar Tausend, die von der Kirche heiliggesprochen sind, sondern viel mehr. Heute denken wir an diese vielen unbekannten Heiligen bei Gott. Und auch wir sind dazu berufen! Das Ziel, der Himmel, wartet auf uns. Christus hat dort eine Wohnung auch für uns bereitet, und wir bitten heute die Heiligen, dass sie für uns Fürsprache einlegen, damit wir uns dort einmal wiedersehen. Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email