3. Sonntag im Jahreskreis
2014 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Es ist das eine eigenartige Berufungsgeschichte, die wir soeben hörten. Jesus geht am See von Galiläa entlang und sagte zu den Fischern: „Folgt mir nach!“ Sofort ließen sie alles liegen und stehen und folgten ihm.

Kurz und bündig beschreibt Matthäus die Berufung der ersten vier Jünger: die beiden Brüderpaare Petrus und Andreas, sowie Jakobus und Johannes. Alle 4 waren Fischer und das Interessante war, dass sie keine Bedenkzeit brauchten. Sie mussten nicht lange überlegen: Soll ich oder soll ich nicht? Da gibt es kein ewiges hin und her, kein Zögern, das man oft in unseren Tagen immer wieder erlebt, wenn jemand eine Berufung z.B. zum Priestertum spürt. Es war sofort für sie klar, was zu tun ist. Sie sind von Jesus begeistert, und sie möchten mit Jesus gehen und bei Jesus sein. Es geht um Berufung. Es geht um die Ganznachfolge. Bei jedem Priester und bei jeder Ordensschwester steht am Anfang dieser Ruf Jesu: Folge mir nach! Und die Antwort wurde gegeben: Ja, ich will! Ich will ganz dir gehören. Ich will dir nachfolgen, wo immer du mich auch hinführst.

Entscheidend wichtig ist bei jeder Berufung die Reaktion des Einzelnen. Jesus will, dass wir uns von allem bisherigen trennen. Die Apostel ließen den Vater im Boot zurück. Sie ließen also Familie und Besitz hinter sich und wollen ab jetzt immer bei Jesus sein und für Jesus und sein Reich arbeiten. Jeder Priester muss diese Einstellung haben, sonst ist es nur eine halbe Sache.

Gerade das bringt ja andere zum Nachdenken. Da muss ein Priester nicht viel predigen, sondern allein die Tatsache, dass er auf Familie, Frau und Kinder freiwillig verzichtet, ist eine andauernde Predigt. Diese Predigt lautet, es gibt noch etwas anderes, auf das ich hinweise. Es gibt das Reich Gottes, das ich verkünde. Nach diesem Erdenleben sind wir für die ewige Glückseligkeit berufen. Lebt entsprechend.

Jesus hat uns gepredigt: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe. Die Predigt des Priesters und alle anderen Aktionen, die er in seinem Priesterleben, in der Pfarrgemeinde setzt, sind wichtig, aber von hier aus gesehen zweitrangig. Die beste Predigt ist sein Leben, das er führt. Dadurch muss er Vorbild sein. Es muss ein einfaches Leben, ein bescheidenes Leben, ein glückliches Leben, ein betendes Leben sein. Es muss ein Leben sein, das eben hinweist auf die ewigen Wohnungen, die uns Jesus bereitet hat. Ich verzichte hier auf das Glück einer Familie aus Liebe zu Gott und weil es die Ewigkeit gibt, zu der wir unterwegs sind.

Die Apostel wussten das. Sie fragten Jesus einmal: Was werden wir bekommen? Wir sind dir nachgefolgt. Wir haben alles verlassen! Und Jesus versprach ihnen: Ihr werdet das ewige Leben gewinnen und schon hier auf Erden glücklich sein.

Wenn ich also wissen will, wie ein Priester sein soll, was ein Priester tun soll, dann ist das erste und entscheidende immer, diese Ganzhingabe leben. Das macht den Priester aus. Alles verlassen, was ihn hindert zu Jesus. Jesus ganz nachfolgen und seine Botschaft dann durch sein Leben verkünden und in zweiter Linie natürlich auch dann durch seine Worte verkünden. Doch Lehre und Leben gehören zusammen und so wird jeder dann auch auf das Leben eines Priesters schauen und beeindruckt sein, wenn er wirklich diese Ganzhingabe an Christus im Leben verwirklicht.

Die ersten 4 Apostel haben es getan und das Entscheidende war wirklich, dass sie alles sofort liegen gelassen haben und Jesus, ohne lange zu warten, nachgefolgt sind. Möge auch in unserer Zeit so eine Begeisterung für Jesus in den Herzen der Menschen wieder lebendig werden. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email