28. Sonntag im Jahreskreis
2014 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wer von Ihnen bekommt nicht gerne eine Einladung! Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern. Wie habe ich mich z.B. über eine Geburtstagseinladung gefreut! Es musste schon ein unaufschiebbarer Termin gerade an diesem Tag sein, um nicht auf die Party zu gehen und abzusagen.

Ähnlich ist es bei Hocheitseinladungen. Da immer weniger heiraten und Hochzeiten daher sehr selten sind, ist es umso erfreulicher, wenn ich zu so einem Fest eingeladen werde. Gerade hier in dieser Gegend habe ich den Brauch kennengelernt, dass andere, die nicht eingeladen sind, sich maskieren und in dieser Form zu späterer Stunde teilnehmen. Sie hätten auch ganz gern eine Einladung gehabt. Es ist daher verwunderlich, dass in unserem Gleichnis die Leute keine Lust haben, zur Hochzeit zu gehen. Jeder hat eine andere Ausrede. Sie lehnen die Einladung ab.

Als Kind habe ich mich also über die Einladungen sehr gefreut. Als Erwachsener kommt es aber immer öfter vor, dass Einladungen auf dem Tisch landen, zu denen man nicht gerne hingeht. Als Pfarrer muss man bei manchen trotzdem hingehen, damit man gesehen wird. Bei anderen riskiert man ein Wegbleiben und wirft die Einladung in den Papierkorb.

Eine Hochzeit aber, so nimmt man an, ist ein freudiges Fest, zu dem alle gern hingehen. Aber anscheinend stört den Leuten diese Einladung. Sobald das Mahl fertig ist, lässt der König durch seine Diener die Gäste rufen.

Es gibt 3 verschiedene Reaktionen:

Der eine geht lieber auf seinen Acker. Auch bei uns gibt es das. Wenn ich am Sonntag in zweite Pfarrei zur Hl. Messe fahre, sehe ich manchmal die Traktoren auf den Feldern. Der Sonntag ist der Ruhetag. Da hat so eine Arbeit nur in Notfällen Platz.

Andere gehen in ihren Laden. Da denke ich an die Menschen, die statt in die Kirche nur ins Gasthaus finden. Oder auch an die Gasthausbesitzer, die unbedingt am Sonntag um 8 Uhr schon offen haben müssen, und deshalb nicht in die Messe gehen können. Das hat mir einer direkt gesagt. „Es geht ihm dann so viel Geld durch die Lappen.“ Es schien, dass er sonst Pleite gehen würde, wenn da nicht sein Laden offen ist.

Eine dritte Gruppe ist die agressivste. Sie mißhandeln die Diener und töten sie sogar. Wenn auch die Priester oder auch andere, die zur Messe immer wieder einladen, nicht körperlich umgebracht werden, so werden sie doch immer mehr lächerlich gemacht, verspottet, beschimpft und sogar verachtet.

Weil die Gäste nicht kamen, dürfen jetzt alle zur Hochzeit kommen. Jeder ist eingeladen. Alle, die sie auf der Straße treffen, dürfen kommen. Es erinnert an den Satz, der machmal vor der Kommunion gebetet wird. „Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind.“ Es ist damit wirklich dieses himmlische Hochzeitsmahl gemeint. Gott lädt immer wieder ein: „Kommt zur Hochzeit.“ So ist es auch hier auf Erden. Der Priester lädt immer wieder ein und spricht: „Kommt zur Messe.“ Jeder darf kommen. Doch jetzt kommt noch ein eigenartiger Punkt. Einer hat kein hochzeitliches Gewand an.

Man muss also doch etwas erfüllen. Was bedeutet das? Was ist mit dem hochzeitlichen Gewand gemeint? Wenn man mit dem Hochzeitsmahl den Himmel meint, ist das hochzeitliche Gewand sicherlich die reine Seele. Nur der Mensch mit dem Gewand einer reinen Seele kann durch diese Tür hinein. Ich darf eintreten, wenn ich meine Sünden bereue, wenn ich bereit bin, Gott um Verzeihung dieser Sünden zu bitten, u.s.w.

Wenn man mit dem Hochzeitsmahl hier auf Erden die hl. Kommunion versteht, bedeutet das also auch, es gibt Leute, die nicht an diesem Hochzeitsmahl teilnehmen dürfen. Gerade über die heilige Kommunion ist es immer wieder gut nachzudenken. Es darf nicht reine Routine werden, dass ich nach vorne gehe. Warum gibt es bestimmte Regeln, die ich einhalten muss, um die Kommunion zu empfangen? Ich muss ein hochzeitliches Gewand anhaben. Das heißt nicht, dass ich ohne Sünde sein muss. Das geht gar nicht. Wir unterscheiden zwischen schweren und leichten Sünden. Die heilige Kommunion ist etwas ganz besonderes. Es ist die Vereinigung Gottes mit uns Menschen. Gott selbst kommt in unser Herz. Wir dürfen ihn nicht mit schweren Sünden empfangen. Wir sollen aber mit unseren leichten Sünden vorkommen und ihn bitten, dass er uns besser macht, dass er uns hilft, besser zu werden. Sie ist wie eine Medizin, die uns hilft, gesund zu werden. Die hl. Kommunion ist ein ganz großes Geheimnis. Sie ist der allergrößte Schatz, den wir haben, den uns Jesus geschenkt hat. Warum? Wir empfangen Jesus Christus selbst, als wahrer Gott und Mensch, mit seiner Seele und seinem Leib und Blut. So wie er im Himmel gegenwärtig ist, so ist er es auch in der Heiligsten Eucharistie mit nur einem einzigen Unterschied. Im Himmel ist er sichtbar gegenwärtig, im Altarsakrament unsichtbar. Es ist dies ein unfassbares Geheimnis. Gott macht sich ganz klein, damit er ganz bei uns sein kann, damit er mit seiner ganzen Gnadenfülle in unser Herz kommen kann. Darum beten wir: „Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind.“ Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email