Fronleichnam
2014 A
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Fronleichnam ist das Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi. Machen wir uns heute ein paar Gedanken über dieses unvorstellbare Geheimnis, dass uns Jesus seinen Leib und sein Blut selbst zur Speise gibt. Jesus vergießt sein Blut für uns am Kreuz und bei der hl. Messe dürfen wir seinen Leib und sein Blut in uns aufnehmen. Er hat am Gründonnerstag, beim letzten Abendmahl dieses Sakrament eingesetzt. „Das ist mein Leib, das ist mein Blut. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

In der ersten Lesung ging es auch etwas blutig zu. Mose nahm das Blut, besprengte damit das Volk und sagte: Das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen hat.

Warum wird so oft vom Blut gesprochen? Warum hat dann Jesus wiederum einen Bund mit dem Blut geschlossen? Warum schließen mit Gott nicht einfach einen Vertrag und unterschreiben ihn mit Tinte? Antwort: Gott wollte ein noch viel tieferes Zeichen setzen.

Wenn ich im Religionsunterricht davon spreche, dann kamen auch schon mal komische Reaktionen, als ich davon sprach, wir sollen das Blut Jesu trinken. Aber ist es nicht so, dass jemand, der sich z.B. in den Finger geschnitten hat oder sich an der Hand verletzte, das Blut mit der Zunge leckte. Machen das nicht auch die Tiere bei Verletzungen?

Wir denken bei Blut oft an Krieg und Verbrechen. Wir denken an Blutvergießen. Ja, Blut ist das Symbol des Lebens, das stimmt. Und wenn ich das höre, dass Gott mit uns einen Bund mit Blut geschlossen hat, erinnert mich das an Karl May und die bekannte Blutsbrüderschaft bei Winnetou und Old Shatterhand. Sie ritzen sich in den Arm eine Wunde und legen die Arme aufeinander, sodass sich das Blut vermischt. Sie haben damit versprochen, dass sie ihr Leben für einander einsetzen. Es ist doch diese ganze Geschichte sehr ergreifend. Karl May´s Botschaft ist die eines christlichen Missionars. Winnetou selber gibt dann sein Leben schließlich hin für seinen Blutsbruder, wirft sich vor ihn hin, sodass er selbst von der Kugel getroffen wird. Er hat sich durch das Vorbild Old Shatterhands bekehrt, vom indianischen Heidenglauben abgewandt und stirbt als gläubiger Christ.

Gott hat mit uns einen Bund geschlossen in seinem Fleisch und seinem Blut. Es ist eine sakramentale Blutsbrüderschaft, das Gott mit uns eingeht, und zwar ein Bündnis für immer. Wir sind mit Christus verbunden. Wer die Kommunion empfängt, darf sagen: Christus ist mein Blutsbruder. Mein Leben ist mit seinem göttlichen Leben verschmolzen. Sein Blut in mir. Sein Blut vermischt sich mit unserem Blut und daher eine tiefe Vereinigung.

Das wollte Jesus. Er wollte bei uns bleiben. Er hat gesagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“ Das geschieht bei der hl. Messe, wenn er am Altar gegenwärtig wird, wenn wir ihn heute der Welt zeigen und das geschieht, wenn wir ihn in der Kommunion in uns aufnehmen. Mit dankbarem Herzen wollen wir heute die heilige Messe mitfeiern und bei der Prozession mitgehen. Gott ist nicht fern von uns. Gott ist einer von uns. Gott ist mitten unter uns. Wir glauben es, dass er in der Gestalt des Brotes und des Weines gegenwärtig wird und deswegen gehen wir heute hinaus und zeigen unseren Gott der Welt, segnen mit der Monstranz unser Dorf, damit in unserem Alltag die Gnade Gottes wirken kann. Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email