Christkönigssonntag
2011 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Christkönig! Das bedeutet für mich: »Jesus ist der König meines Herzen. Er soll in mir herrschen. Ich möchte ihm dienen. Ich habe mich ihm ganz anvertraut. Als Priester bin ich ihm geweiht und versuche, seinen Willen zu tun. Er kann von mir verlangen, was er will. Ich bin bereit und habe ihm das bei meiner Weihe versprochen.« Dieses Bild von Jesus als König ist für mich wirklich ein schönes und wichtiges Bild, das ich in mir trage.

Es ist kein König wie in den Märchen, die manchmal so kitschig dargestellt werden.

Es ist für mich kein politischer König, so wie sich die Juden das ursprünglich gewünscht und ersehnt haben.

Es ist auch nicht ein König, wie wir sie im Mittelalter hatten. Sie hatten große weltliche Macht, haben sich ausgebreitet und andere Länder oft erfolgreich erobert.

Es ist ebenfalls kein König oder Kaiser wie die Römer ihn verehrten. Dem man Weihrauch streute wie einen Gott, der aber sterblich ist.

Jesus ist schließlich kein König wie wir die heutigen Königsfamilien noch kennen z. B. in England oder Belgien, die nur noch für die Boulevardpresse von Interesse sind usw.

Nein! Jesus ist mein König, weil er sein Reich nicht durch fremdes Blut ausgebreitet hat, sondern weil er sein eigenes Blut dafür vergossen hat. Er ist für mich das Vorbild, weil er den Frieden will. Er will den Frieden im Herzen und den Frieden unter den Völkern. Er will, dass auch wir so tun, wie er es vorgelebt hat. Er will, dass wir für andere da sind und anderen helfen.

Er ist sicherlich in mancher Hinsicht ein eigenartiger König. Denn wer stellt sich seinen König, dem er dienen will, mit einer Dornenkrone vor oder mit einem Spottmantel? Wessen König stirbt am Kreuz? Was ist das für ein König, der vom Kreuz herab herrscht und dessen Thron das Kreuz ist?

Gott hat aber sich bewusst so erniedrigt und diesen Weg gewählt, um uns zu erlösen. Es ist die totale Liebe. Es ist ein vollkommener Liebesakt. Wir können uns keine größere Liebe vorstellen, als wenn einer sein Leben hingibt für uns.

Diese Tat hat die Herzen erobert. Äußerlich ist er ein machtloser König. Und doch auch wieder nicht. Er hat seine Macht bewiesen durch seine Auferstehung. Er ist sogar Sieger über den Tod. Ihm ist alles unterworfen.

Und seine Botschaft hat sich auf der ganzen Welt verbreitet. Die Botschaft lautet: »Liebt einander!« »Tut denen Gutes, die euch Böses tun, die euch hassen.« »Segnet die, die euch verfluchen.« »Vergebt einander!« »Gib jedem, der dich bittet.« »Liebt sogar eure Feinde.«

Das ist Christkönig. Er wird als König alle Völker einmal versammeln und sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen und die Menschen voneinander scheiden. Und dann gilt das Gesetz: Alles, was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan. Habt ihr das Gute getan? Habt ihr das Böse gemieden? Es gibt beim Christkönig nur ein Gesetz und das ist Liebe. Gib dem Hungrigen, dem Durstigen, dem Nackten, dem Hilfsbedürftigen. All das hast du nämlich mir getan. Wenn du hier dich bemüht hast, wenn du ein Herz für den Nächsten hattest, dann wirst du einen bleibenden Lohn im Himmel erlangen. Diese Gerechten werden einmal mit dem ewigen Leben beschenkt werden. Amen.

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